Munitionsräumung im Meer

eine internationale Aufgabe

OffVali-Workshop zum Qualitätsmanagement bei der Bergung und Entsorgung von Munitionsaltlasten im Meer

LEIPZIG. Das Institut für Infrastruktur und Ressourcenmanagement (IIRM) der Universität Leipzig hat im Rahmen des Teilforschungsvorhabens OffVali: „Konzeption und Entwicklung eines Offshore-Validierungsverfahrens und eines kommerziellen Testfeldes“ am 14.11.2017 ein Workshop zum Thema „Qualitätsmanagement bei der Offshore-Kampfmittelbergung“ organisiert. OffVali ist ein Teilforschungsvorhaben des Forschungsverbundes RoBEMM.

Unter der Leitung von Prof. Dr.-Ing. Robert Holländer hieß das Institut für Infrastruktur und Ressourcenmanagement der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universität Leipzig über 40 Vertreter aus Wirtschaft, Wissenschaft und Behörden willkommen, um gemeinsam die wesentlichen Qualitätsfaktoren der Offshore-Kampfmittelbergung zusammenzutragen und zu diskutieren. Im Rahmen des vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie geförderten Vorhabens "OffVali" entsteht derzeit ein Qualitätsleitfaden welcher als Grundlage für die Arbeiten bei der Kampfmittelbeseitigung auf dem Meer dienen soll.

Bereits im Frühjahr hatte das IIRM mit der Ausrichtung eines ersten Workshops zum Thema Offshore-Kampfmittelsuche hierfür den Grundstein gelegt. Ziel des zweiten OffVali-Workshops war es nun, diesen Qualitätsleitfaden um die Vorgänge während der Offshore-Kampfmittelbergung zu erweitern. Dazu diskutierten die Experten über Bergung und Delaborierung von Kampfmitteln sowie über den Einfluss von deren Alterung. "Die Entsorgung von Munitionsaltlasten im Meer stellt sehr hohe Anforderungen an Mensch und Technik. Dennoch können wir zum Schutz von Mensch und Umwelt das Problem nicht länger der Natur überlassen.", fasste der Gastgeber Prof. Dr.-Ing. Holländer die Debatte zusammen.

Kampfmittelaltlasten aus den beiden Weltkriegen stellen eine wesentliche Herausforderung beim Ausbau von Infrastruktur, wie Windparks, Verkabelungen und Pipelines, in Nord- und Ostsee und somit für die Realisierung der Energiewende dar. Zusätzlich stellt Altmunition im Meer eine Gefährdung für Mensch und Umwelt dar. Um Risiken zu minimieren, sind klar definierte Qualitätsanforderungen an die Kampfmittelbeseitigung von großer Bedeutung. Besonders anspruchsvoll sind in den wechselhaften Bedingungen unter Wasser, neben der Suche und Identifizierung von Kampfmitteln, auch deren Bergung und Entsorgung, die zum Schutz der Meeresumwelt möglichst detonationsfrei verlaufen sollten.

Das Projekt OffVali ist ein Teilprojekt des von Heinrich Hirdes EOD Services geleiteten Forschungsvorhabens RoBEMM (Robotisches Unterwasser- Bergungs- und Entsorgungsverfahren inklusive Technik zur Delaboration von Munition im Meer, ins. im Küsten- und Flachwasserbereich).

Weitere Informationen zu dem Forschungsprojekt finden Sie im Internet unter https://www.wifa.uni-leipzig.de/iirm/umwelt/forschung/sicherheits-und-umweltmanagement.html

Pressekontakt:
Torsten Frey
Institut für Infrastruktur und Ressourcenmanagement
Universität Leipzig
Grimmaische Straße 12
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